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C. S. Pacat wurde in Australien geboren und studierte an der University of Melbourne. Sie ist viel gereist und hat bereits in den verschiedensten Städten gelebt, u.a. in Tokio und in Perugia. Die Autorin lebt und arbeitet in Melbourne.

Hallo alle zusammen,

nachdem ich die „Him&Us-Dilogie“ gelesen habe, musste ich mich unbedingt auf die Suche nach weiteren Büchern aus dem „Male Romance-Genre“ machen. Dabei bin ich auf die „Prinzen-Trilogie“ von C.S. Pacat gestoßen. Was diese Reihe neben der Liebesgeschichte von zwei Männern ebenfalls noch beinhaltet: Es handelt sich auch zu einem sehr großen Teil um eine High-Fantasy Geschichte. Und diese beiden Bereiche zusammen konnten, in meinen Augen, nur ein klasse Buch ergeben, denn ich liebe Fantasy Bücher und jetzt eben auch „Male Romance“ Geschichten. Wie mir die Trilogie gefallen hat, werdet ihr heute erfahren :).

 

Zwei wichtige Anmerkungen:

  1. Bei Büchern aus dem „Male Romance-Genre“ geht es, wie eben schon erwähnt, um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern. Da gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht von jedem toleriert oder akzeptiert werden, habe ich meine Meinung zu dem Thema bei der „Him&Us-Dilogie“ einmal geschildert. Wen diese interessiert, der kann dort gerne einmal vorbeischauen und wie ich auch dort bereits geschrieben habe: Niemand muss die Rezension lesen, der mit dieser Thematik ein Problem hat.
  2. Die „Prinzen-Trilogie“ ist, wie der Name schon sagt, eine Trilogie, bestehend aus „Der verschollene Prinz“, „Das Duell der Prinzen“ und „Die Rückkehr des Prinzen“. Alle Teile können einzeln gekauft werden. Mein Tipp beim Kauf ist jedoch, sich den Sammelband „Die Prinzen“ zu besorgen. Dieser beinhaltet alle drei Teile in einem Buch und man kann auch noch eine Menge Geld sparen, anstatt sich alle drei Bände so zu kaufen 🙂 . Ich selber besitze auch den Sammelband 😉 .

 

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Verlagsgruppe Randomhouse, die mir das Buch zugeschickt hat!

 

Zum Inhalt:

Damen ist der Thronerbe des Königreiches Akielos und überall beliebt. Er ist ein unglaublich guter Schwertkämpfer, sieht sehr gut aus und ist ein gerechter Mensch. Doch eines Tages wird ihm alles genommen, was er je hatte, sowie besitzen sollte. Ein Verrat innerhalb seiner Familie sorgt dafür, dass er versklavt wird. Damen verliert seine Identität, sein bisheriges Leben und seine Heimat Akielos. Mit einem Schiff wird er mit vielen anderen Sklaven in das verfeindete Königreich Vere verschleppt, aber ihn unterscheidet etwas von allen anderen: Nicht nur, dass er eigentlich König von Akielos werden sollte, sondern auch, dass man ihn ausgewählt hat, um der Sklave des Kronprinzen Laurent von Vere zu werden. Am Königshof dort wird Damen schnell klar, dass einiges anders ist, als er es kennt. Der Adel dort ist gerissen, gewalttätig und geht mit Sklaven ganz anders um, als in Akielos. Besonders Laurent, dem Damen ja zugeordnet wurde, könnte unausstehlicher nicht sein. Er tut alles, um Damen zu demütigen oder zu schaden. Mit der Zeit wird alles am Königshof von Vere eigentlich nur noch schlimmer, und eine Möglichkeit zu fliehen bietet sich Damen nicht wirklich, obwohl er nur noch zurück will. Doch nach mehreren Woche zusammen mit Laurent findet er etwas heraus, das alles verändert: Hinter der Fassade des unbeliebten Kronprinzen von Vere steckt etwas, was er niemanden sehen lassen will. Und genau Damen erkennt das und findet heraus, dass Laurent selbst dort gefangen wird, wo er einmal König werden soll, aber nicht  wie ein Sklave, sondern in den Lügen und Intrigen des Königshofes. Bald weiß Damen nicht mehr, ob er alles darauf setzten soll, endlich von Laurent wegzukommen, um nach Akielos zurückzukehren, oder ihm zu helfen. Dabei ist Damen sich im Klaren darüber, dass ihn und Laurent etwas verbindet, was ihn sein Leben kosten wird. Und trotzdem kann er den Blick nicht von Laurent lassen, der nach und nach Gefühle mit sich bringt.

 

Zu den Charakteren:

Damen, mit vollem Namen Damianos genannt, ist ein gerechter Mensch und ein sehr guter Krieger, was er in der Vergangenheit auch schon öfter beweisen konnte. Die Verbundenheit zu seinem Land Akielos ist ziemlich stark und auch sein Vater hat eine große Bedeutung für ihn. Der Verrat innerhalb seiner Familie trifft ihn sehr stark und geht ihm auch nicht so schnell aus seinem Kopf heraus. Als Damen als Sklave nach Vere geschickt wird, kann er einfach nicht glauben, was ihm dort widerfährt. Die Gedanken an eine Flucht sind ständig vorhanden, aber auch sehr schwierig umzusetzen, da er in Ketten liegt und immer bewacht wird. Damen ist aber auch ein schlauer Charakter, der gerade durch seine Statur als Krieger einen Vorteil besitzt, wenn er denn mal eine Waffe hätte, aber wenn Damen denkt, bereits alle Spiele der Unterdrückung, Lust und Lügen in Vere zu kennen, weiß er nicht, was noch alles auf ihn zukommen wird, um ihm mehr als einmal die Sprache zu verschlagen, sowie unzählige Steine in den Weg legen wird.

 

Laurent kann man mit genau drei Wörtern beschreiben: kalt, grausam und undurchsichtig. Wie habe ich ihn am Anfang gehasst. Er war wirklich einfach nur ein richtiger Kotzbrocken. Er tut alles, um es Damen dort am Königshof schwer zu machen. Dass er einmal König werden soll, merkt man ihm anhand seines Verhaltens überhaupt nicht an. Öfter scheint Laurent mehr an seine Absichten zu denken, als an die für sein Volk. Mit seinen zwanzig Jahren hat er sich auch schon mehrfach seinen Pflichten entzogen, wobei diese wichtig für seine Zukunft sind. Laurent nimmt kein Blatt vor dem Mund, wenn er redet und verhält sich einfach unausstehlich. Doch irgendwann kam für mich eine 180 Grad Wendung, die mit seinem Charakter so vieles zu tun hatte. Nach und nach wurde mir erst einmal bewusst, wie klug Laurent eigentlich ist. Dabei habe ich schon gedacht, dass Damen schlau ist, aber Laurent kann man wirklich einfach nur genial nennen, denn er hat so oft ein Ass im Ärmel und überrascht einen immer wieder aufs Neue.

 

Abschließend kann ich nur sagen, dass beide Protagonisten einfach nur unglaublich gelungene Charaktere sind, und das jeder auf seine eigene Art. Neben ihnen spielen aber auch noch andere Personen in der Geschichte eine sehr wichtige Rolle. Wer das ist und warum, muss man selber herausfinden 🙂 .

 

Zu „Der verschollene Prinz“ (Band 1):

Als ich die Trilogie begonnen habe, hatte ich viele Erwartungen und war mir auch sehr sicher, dass sie mir gefallen wird. Den ersten Teil der Reihe kann man am aller besten als „Einleitung“ in die Geschichte, das Setting, die Charaktere, Traditionen und Kulturen sehen. Es ist definitiv spannend, auch wenn, verglichen mit den anderen Teilen, nicht so viel passiert. Es ist wichtig zu erwähnen, dass man keine Probleme mit Gewalt an sich, sowie Gewalt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung haben sollte, sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. In Vere gibt es nur solche Beziehungen, da sonst Bastarde entstehen könnten, was dort eine absolute Schande ist. Und mit den so genannten „Günstlingen“ wird nicht besonders gut umgegangen. Ebenfalls kann es große Altersunterschiede zwischen den Partnern geben. Wem das jetzt alles ziemlich heikel und vielleicht auch ekelig vorkommen sollte: Natürlich sind die Tatsachen, die ich eben geschildert habe, sehr ungewöhnlich und kommen nicht bei jedem gut an, ABER man muss einfach dazu sagen, dass alles in die Geschichte hineinpasst. Entsprechend der Gegebenheiten ist es einfach zutreffend und ich muss auch sagen, einfach gut gemacht. Klar, dass das nicht jedem gefällt, aber ich finde es immer wichtig nicht zu vergessen: Es ist ein Buch!  Am Ende von Band eins kommt etwas heraus, was den eigentlichen Stein erst einmal ins Rollen bringt und auch etwas erklärt, was man vorher nicht wissen konnte. Wichtig ist noch, dass man dieses Buch, sowie die anderen Teile unglaublich aufmerksam und konzentriert lesen muss, damit man alles nachvollziehen kann. Das ist keine Kritik, sondern einfach nur eine Anmerkung von mir. In meinen Augen hat es sich aber definitiv gelohnt, dass die Autorin so schreibt, denn dadurch wirkt die ganze Geschichte einfach ganz anders. Und mit anders meine ich unglaublich gut :).

 

Zu „Das Duell der Prinzen“ (Band 2):

Ich bin gespannt an den nächsten Teil herangegangen, der unmittelbar dort weitermacht, wo Band eins aufgehört hat. Ich kann nur sagen, dass ich verstehen konnte, warum die Autorin „Der verschollene Prinz“ als eine Art Einleitung in die Geschichte geschrieben hat: Denn auf einmal habe ich mir eigentlich nur noch gedacht: Das kann doch alles nicht wahr sein. Es gab die eine Wendung nach der anderen, so viele Intrigen, von denen man nichts wusste, kamen ans Licht und ich habe mir nur noch an den Kopf gepackt und OH.MEIN.GOTT. gedacht. Man darf den ersten Band verglichen mit dem zweiten auf keinen Fall als schlecht beurteilen, denn im ersten Teil hat die Autorin nur das vorbereitet, was in diesem und auch im dritten Band passieren wird. Es war wirklich einfach PHÄNOMENAL. Ich war etwas enttäuscht, dass die Liebesgeschichte in Band eins gar nicht vorgekommen ist und ich mir beim Lesen immer wieder Hoffnungen gemacht habe, dass das endlich mal kommen wird. Und dann, am Ende von diesem Teil, war es dann endlich soweit und ich dachte mir nur wieder OH.MEIN.GOTT. Da hat sich das lange Warten wirklich gelohnt, denn es war so so schön :D. Verbunden mit den vielen Plot Twists war alles bei diesem Buch einfach genial! Gerade der politische Aspekt war hier sehr vertreten, sowie alles, was mit Angriffsstrategien zu tun hatte.

 

Zu „Die Rückkehr des Prinzen“ (Band 3):

Es ging erneut wieder unmittelbar mit der Story weiter, und wer glaubt, dass der Autorin die Ideen ausgehen, der hat sich einfach nur getäuscht. Die Intrigen, Lügen und Überraschungen nehmen kein Ende mehr, und als Leser ist es einfach ein unglaubliches Leseerlebnis, in diese Welt einzutauchen. Da die Liebesgeschichte nun auch endlich vorhanden ist und man einfach nie sicher sein kann, wirklich alles zu wissen, konnte ich, wie bei den anderen Büchern, einfach nicht die Hände davon lassen. Ich musste einfach immer weiter lesen und konnte es nicht abwarten herauszufinden, was denn als nächstes kommen wird. Politisch war hier auch wieder einiges, aber auch das Kämpfen an sich hat nicht gefehlt. Intensiv, wie auch schon in Band zwei, ging die Story weiter voran und neigte sich auch leider irgendwann dem Ende zu. Und ich wollte wirklich einfach nicht, dass es mit den Prinzen zu Ende geht. Ich musste zum Schluss auch ziemlich weinen, als mir im Nachhinein mal so einige Dinge bewusst geworden sind :(. Aber auch in diesem Band hat es wieder an nichts gefehlt, und man fiebert vor allem die ganze Zeit mit :).

 

Als Fazit lässt sich sagen:

„Die Prinzen“ bietet ein unglaubliches intensives Leseerlebnis in einer High Fantasy Welt, in der nichts fehlt. Lügen, Intrigen und Überraschungen habe ich bei keiner Reihe oder keinem Buch bis jetzt mehr gehabt als hier, und es stimmt einfach alles. Man ist gefesselt von der Geschichte der beiden Prinzen und taucht in ihre Welt total ab. Auch, wenn man es für unmöglich hält, ist die Liebesgeschichte hier einfach ergreifend schön und die Charaktere nur unglaublich! Die Trilogie gehört auf jeden Fall zu meinen Jahreshighlights!

 

Lieblingszitate (viele Zitate waren zu komplex oder hätten etwas vorweggenommen, aber ein paar habe ich trotzdem gefunden :)):

  • Langsam kniete er sich hin, senkte den Kopf und richtete den Blick zu Boden. Einen Augenblick lang war es so still, dass er das Feuer der Fackeln hörte. „Das ist ja ganz was Neues“, sagte Laurent. „Ich habe eine Bitte“, erwiderte Damen. „Eine Bitte“, erwiderte Laurent übertrieben deutlich. Damen hatte mit Widerstand gerechnet, und zwar nicht nur vonseiten dieses eiskalten, unangenehmen Prinzen. „Ihr bekommt auch etwas dafür“, sagte Damen. Er schob den Kiefer vor, während Laurent ihn gemächlichen Schrittes umkreiste, als wollte er ihn von allen Seiten begutachten. Zum Schluss stieg er mit angezogenen Beinen über die Kette am Boden und blieb vor Damen stehen. „Du bildest dir allen Ernstes ein, mit mir verhandeln zu können? Was hättest du mir schon anzubieten?“ „Gehorsam“, antwortete Damen.

 

  • „Um zu erreichen, was man will, muss man wissen, was man bereit ist zu opfern.“

 

  • „Mein Onkel ist gern vorbereitet“, sagte Laurent, als läse er Damens Gedanken. „Auf Siege wie auf Niederlagen. Aber du warst immer irgendwie außen vor … du hast nie ganz in sein Schema gepasst. Egal, was mein Onkel und Kastor vorhaben“, fuhr er fort, während es Damen eiskalt den Rücken herunterlief, „sie kämen nie darauf, was sie mir mit dir für ein Geschenk gemacht haben.“

 

  • „Ich habe ihm ein Versprechen gegeben“, erklärte Damen. schließlich. „Und wenn er herausfindet, wer Ihr seid?“ Jord sah ihn fragend an. „Wenn ihm klar wird, dass es Damianos ist, der ihm auf dem Schlachtfeld gegenübersteht?“ „Dann werden er und ich uns das erste Mal begegnen“, antwortete Damen. „Auch das war ein Versprechen.“

 

  • „Wenn du so wütend bist“, sagte Laurent, „solltest du dir einen echten Gegner suchen.“ „Es gibt keinen…“ Damen hielt inne, doch die unausgesprochene Wahrheit hing gefährlich greifbar in der Luft. Es gab niemanden, der gut genug war, gegen ihn zu kämpfen. Nicht, wenn er in dieser Stimmung war. Unfähig, sich zurückzuhalten, würde er jeden Gegner innerhalb von Sekunden töten. „Es gibt mich“, sagte Laurent.

 

Hoffentlich hat euch diese Rezension heute gefallen und ihr schaut euch die Bücher bald an!

Bis in zwei Wochen,

Eure Leah 😉

 

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