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Victoria Aveyard studierte Drehbuchschreiben an der University of Southern California. Inzwischen arbeitet sie als freie Autorin und lebt abwechselnd in ihrem Heimatort in Massachusetts und in Los Angeles. Sie hat ein Faible für Geschichte, Explosionen und taffe Heldinnen – und schreibt am liebsten Bücher, in denen sie alle drei kombinieren kann. Auߟerdem liebt sie Roadtrips, Filmegucken in Endlosschleife und das groߟe Rätselraten, wie es bei „Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“ weitergeht.

Ihr Debüt „Die rote Königin“, Band 1 der Serie „Die Farben des Blutes“, ist ein New-York-Times- und Spiegel-Bestseller.

Hallo alle zusammen,

ein Jahr habe ich gewartet – jetzt ist es endlich nach einer gefühlten Ewigkeit soweit: „Goldener Käfig“, der dritte Band der „Die Farben des Blutes-Reihe“ ist erschienen! *Kreischalarm hoch 10*. Ich weiß noch ganz genau, dass ich vor genau einem Jahr um halb zwei in der Nacht „Gläsernes Schwert“ beendet habe und absolut sprachlos war. Der Schock bei diesem Ende saß verdammt tief, und ich wusste wirklich nicht, was ich noch sagen sollte. Und nach diesem Schock musste ich jetzt noch so lange warten. Das Buch kam am Erscheinungstag, Freitag, dem 30.06.2017, bei mir zu Hause an, und wenn ich an diesem Tag nicht meine Abiturentlassung und meinen Abiball gehabt hätte, wäre ich den restlichen Tag nicht mehr ansprechbar gewesen. Am Samstag ging es dann aber sofort mit dem Lesen los, und ich war direkt wieder in der Geschichte drin.

Wer „Die Rote Königin“ (Teil 1) und „Gläsernes Schwert“ (Teil 2) noch nicht gelesen hat, sollte auch von dieser Rezension erstmal die Finger lassen ;).

Ich habe euch hier einmal die beiden Booktrailer zu „Die Rote Königin“ und den einen zu „Gläsernes Schwert“ verlinkt :).

Die Rote Königin Trailer 1:

Die Rote Königin Trailer 2:

Gläsernes Schwert:Trailer

Ein herzliches Dankeschön an den Carlsen Verlag, der mir das Buch zugeschickt hat! Ich habe mich wirklich sehr gefreut :).

 

Zum Inhalt:

Spoiler Folgeband…

Er wollte sie um jeden Preis haben, und sie muss mit den Konsequenzen ihres Handelns leben.

 

Mare Borrow hat sich für ihre Freunde geopfert und sich Maven angeschlossen. Aber nicht, weil sie es wollte, sondern um die zu retten, die sie liebt. Seitdem lebt Mare in Gefangenschaft, und Maven hat sie schon auf die unterschiedlichsten Weisen verletzt und gebrandmarkt. Sowohl psychisch als auch physisch. Jeden Tag hofft Mare, dass die Scharlachrote Garde kommen wird, um sie aus Mavens Händen zu reißen, aber sie wartet und wartet. Und niemand kommt. Die Zeit vergeht und immer wieder ist sie den Taten des unrechtmäßigen Königs ausgeliefert. Mare wird strengstens bewacht, und dadurch, dass sie die ganzen Zeit gefesselt und mit Stillen Steinen davon abgehalten wird, ihre eigentlich Kraft zu nutzen, kann sie nicht fliehen. Irgendwann zwingt Maven sie dazu, sich ihm anzuschließen. Obwohl die Blitzwerferin nicht so handelt, wie sie eigentlich will, bleibt ihr jedoch keine andere Wahl. Die Scharlachrote Garde versucht einen Weg zu finden, um Mare zu retten, aber das Ganze gestaltet sich um einiges schwieriger, als man denkt. Cal sind die Hände gebunden, denn ohne die Hilfe von ihnen kann er der Blitzwerferin nicht helfen. Und woran er die ganzen Zeit denkt ist nichts anderes, als Mare zurück zu bekommen. Was aber niemand weiß: Die Neublüter und die Scharlachrote Garde sind nicht die Einzigen, die Maven vom Thron stoßen wollen. Bündnisse werden geschlossen, Entscheidungen werden fallen, Feinde werden zu Freunden, Freunde werden zu Feinden, Offenbarungen verändern alles und mit der geplanten Zukunft für Norta rechnet niemand. Und Mare und Cal wissen dabei nicht, wer dabei eine ganz entscheidende Rolle spielen wird.

 

Zu den Charakteren:

Ich habe von mehreren gehört, dass sie gerade in „Gläsernes Schwert“ Probleme damit hatten, Mare zu verstehen und noch zu mögen. Bei mir ist das jedoch ganz anders.

Mare verkörpert in meinen Augen eine der gelungensten Protagonistinnen, die eben auch unperfekt ist. Und das macht sie für mich eben auch aus. Durch ihre Gedanken und Entscheidungen haben ich sie noch nie weniger gemocht, als es am Anfang der Fall war.

Mare ist in ihrer Gefangenschaft allein und geht buchstäblich durch die Hölle. Körperlich wie geistig hinterlässt Maven seine Spuren auf ihr. Ein Ausweg ist nicht in Sicht. Der Tod von ihrem geliebten Bruder Shade ist das, was sie immer wieder durchleben muss. Dieser Tag sucht Mare auch ununterbrochen aufs Neue heim. Sie denkt an ihre Familie, an die Mitglieder der Scharlachroten Garde und natürlich an Cal. Maven zwingt sie zu Dingen, die sie nicht machen will, aber Gnade kannte er noch nie. Wobei man definitiv dazu sagen muss, dass er auch versucht, Mare vor gewissen Dingen zu schützen. Seine Obsession von ihr ist das, was ihm eigentlich noch geblieben ist. Er will und kann sie nicht gehen lassen. Maven ist ziemlich klug und weiß genau, was er tun muss, um das Volk auf seine Seite zu ziehen. Aber niemand könnte ihn besser kennen als Mare und sie weiß, dass alles nur eine Show von ihm ist. Mare vermisst den Jungen, in den sie sich einst verliebt hat, aber von diesem Maven fehlt jegliche Spur. Und ob ihm überhaupt einmal jemand helfen kann, ist dabei eine ganz andere Frage, denn Mare muss erstmal eins schaffen: Sich vor sich selbst retten.

An dieser Stelle muss ich einfach einmal sagen, dass ich Mavens Charakter liebe. Einige tun das auch, andere schütteln wahrscheinlich mit dem Kopf, aber seit „Die rote Königin“ hat er sich in mein Herz geschlichen. Und egal was er macht, hat nichts daran geändert. Maven tut mir leid, denn für mich ist er niemand anderes als der, den seine Mutter aus ihm gemacht hat. In diesem Teil wird auch nochmal deutlich, warum das so ist. Nach „Gläsernes Schwert“ habe ich sofort gesagt, dass das, was da passiert und mit Maven zu tun hat, nicht alles sein kann. Ein Puzzleteil fehlt noch. Ich weiß nicht, ob ich das fehlende Puzzleteil schon gefunden habe, aber ich glaube nicht, wobei ein Teil beantwortet wurde. Alles in allem bin ich mega gespannt, was noch alles kommen wird und mit seinem Charakter zu tun hat.

 

Cal ist ebenfalls ein Charakter, den ich liebe. Er ist machmal undurchsichtig und ich hätte mir gewünscht, dass man gerade bei diesem Band vielleicht mal seine Gedanken kennenlernt, aber ich denke, das wird uns im letzten Teil erwarten ;). Cal ist der geborene Krieger und wurde eigentlich darauf vorbereitet, einmal König zu werden. Man merkt, dass er verzweifelt und wütend ist, weil sich Mare in der Gefangenschaft befindet. Genau wie sie vermisst er seinen Bruder, aber wahrscheinlich auf eine andere Art, als Mare es tut. Genau wie bei Maven freue ich mich zu erfahren, was uns mit seinem Charakter noch erwarten wird ;). Wie bei Mare kann ich seine Entscheidungen nachvollziehen, sowie seine Zurückhaltung gegenüber der Scharlachroten Garde. Für ihn ist es immer wieder schlimm, Menschen seinesgleichen zu töten und das belastet ihn auch in meinen Augen, aber seine Loyalität würde ich nie in Frage stellen.

 

Zum Buch:

Nachdem ich mich auf „Goldener Käfig“ gestürzt habe, war ich sofort wieder in der Welt der Roten und Silbernen. Wenn Victoria Aveyard eins kann, dann ist es spannend und daraus resultierend fesselnd schreiben. Auch in diesem Teil hat sie das mehr als bewiesen! Dieser Band ist mit Abstand der dickste von allen, was mich aber deswegen nicht davon abgehalten hat, das Buch innerhalb von zwei Tagen durchzulesen :D. Wie gesagt: Es ist einfach mega spannend und fesselnd. Ich frage mich zwar immer wieder, warum ich es mir antue, ein Buch sofort und so schnell durchzulesen, wenn man auf den Folgeband so lange warten muss, aber das ist eine andere Sache. Wie die bisherigen Teile ist auch „Goldener Käfig“ an mehreren Stellen brutal und grausam. Gerade der Anfang, aber auch weiterhin. Dadurch ist es für mich auch kein typisches Jugendbuch, also wie ich schon bei „Die Rote Königin“ gesagt habe: Erwachsene sollten das auch auf jeden Fall mal lesen! Wie man es von der Autorin gewöhnt ist, erwarten den Leser auch wieder Überraschungen, Wendungen, Offenbarungen. Ich habe, wie sonst auch, die Dinge nicht kommen sehen. Der Überraschungseffekt ist also wieder vorprogrammiert, was ich persönlich klasse finde :)! Aber jetzt nochmal ein ganz anderes Thema. In diesem Band und sonst auch war die Liebesgeschichte nie so stark vertreten, wie ich es mir gewünscht habe, was mich aber immer noch nicht stört, obwohl ich es auch gerne anders hätte. Aber in dieser Buchreihe gibt es etwas, was es sonst bei mir nie geben hat: Ob Mare sich letzten Endes für Cal oder Maven entscheiden wird, ist mir egal, denn ich liebe beide. Und diese Tatsache kommt bei mir bei einem Liebesdreieck sonst nie vor. Ich entscheide mich IMMER für einen männlichen Charakter, dieses Mal kann und will ich das aber nicht. Egal, wie es ausgeht, ich werde damit leben können ;).

Jetzt heißt es wieder ein Jahr auf den nächsten Teil warten, wobei ich euch nicht sagen kann, ob genau in einem Jahr auch der letzte Band erscheinen wird, denn weder für die englische noch für die deutsche Ausgabe gibt es derzeit ein Erscheinungsdatum. *seufz*. Ich kann nur eins sagen: Für das Finale der „Die Farben des Blutes-Reihe“ wird sich Victoria Aveyard auf jeden Fall etwas einfallen lassen und die Leser wieder in ihren Bann ziehen und umhauen! Da bin ich mir ziemlich sicher!

Ich habe auch noch einen Booktrailer für euch :).

 

Als Fazit lässt sich sagen: Düster, brutal, actionreich und unvorhersehbar. Mit diesen und noch vielen anderen Adjektiven lässt sich „Goldener Käfig“ beschreiben. Den Leser erwarten wieder Wendungen, Überraschungen und den Flair der Welt von den Roten und Silbernen, der einzigartig ist! Es gibt, wie sollte es auch anders sein, natürlich wieder einen Cliffhanger am Ende des Buches und wir müssen jetzt auf das Finale warten. Wie die Geschichte von Maven, Cal und Mare ausgehen wird, erfahren wir leider erst dann, aber „Goldener Käfig“ muss man gelesen haben, wenn man die vorherigen Bände kennt!

 

Lieblingszitate ( insgesamt habe ich mir mindestens 20 Stellen aufgeschrieben, aber davon kann ich natürlich nicht alle nehmen. Einige davon würden spoilern und insgesamt sind es zu viele. Also gibt es noch viele mehr als die, die hier stehen):

 

  • Schaut mich an, bettele ich. Schaut, wie er lügt. Ich presse die Kiefer aufeinander, ziehe die Augen zusammen und hoffe inständig, dadurch ein Bild des Widerstands, der Rebellion und der Wut zu bieten. Ich bin die Blitzwerferin. Ich bin ein Gewitter, eine Naturgewalt. Es fühlt sich an wie eine Lüge. Die Blitzwerferin ist tot.

 

  • Es ist grausam, der Hoffnung Raum zu geben, wo keine Hoffnung sein sollte. Und Maven weiß das.

 

  • „Wie kannst du immer noch so sein? Sie ist tot. Ich habe sie getötet. Du bist frei von ihr. Du – du solltest nicht mehr ihr Sohn sein.“ (…) „Ich bin der, zu dem sie mich gemacht hat“, flüstert er und lässt mich allein.

 

  • Sie hätte nie gedacht, dass er ihr sowas antun würde. Das hat Cal bezogen auf ihr Verhör gesagt. Sie sind beide schwach, wenn es um Maven geht, und diese Schwäche ist eine fortwährende Plage für uns alle.

 

  • Ein Teil von mir, ein kleiner Teil, ist noch immer in eine Fiktion verliebt. In einen Geist, der in einem Jungen lebt, den ich nicht ergründen kann. Den Geist, der an meinem Bett saß, während ich mich in schmerzhaften Träume wälzte. Den Geist, der – das weiß ich genau – Samson so lange von mir ferngehalten, meine unvermeidliche Folter so lange aufgeschoben hat, wie er konnte. Den Geist, der mich liebt – auf seine eigene, vergiftete Art. Und ich spüre, wie dieses Gift seine Wirkung in mir entfaltet.

 

  • Ich will nicht hören, was er zu sagen hat. Seine Ausflüchte und Erklärungen sind mir egal. Er ist und bleibt ein Monster. Und doch kann ich nicht aufhören, ihm zuzuhören. Weil auch ich ein Monster werden könnte. Wenn man mich vor die falsche Wahl stellt. Wenn ich gebrochen werde, so wie ihn jemand gebrochen hat.

 

  • „Du hast mich in die Arena geworfen, damit ich dort sterbe“, sage ich langsam. Als ob einer von uns das je vergessen könnte. „Du legst mich in Ketten und hältst mich in deinem Palast gefangen, lässt mich Tag und Nacht bewachen. Du lässt mich hier krank dahinsiechen -“ „Meinst du, es macht mir Spaß, dich so zu sehen?“, murmelt er. „Meinst du, ich möchte dich als Gefangene halten?“ Sein Atem geht unruhig. „Aber nur so bleibst du bei mir.“

 

  • „Die, die wissen, wie es im Dunkeln ist, setzten alles daran, im Licht zu bleiben.“

 

  • Ich dachte, ich wüsste, was ein gebrochenes Herz ist. Ich dachte, Maven hätte mir meins gebrochen. Als er aufgestanden ist und mich weiter am Boden hat knien lassen. Als er mir gesagt hat, dass alles, wofür ich ihn hielt, eine Lüge war. Aber damals glaubte ich, ihn zu lieben. Jetzt weiß ich, dass ich nicht wusste, was Liebe ist. Und wie sich ein gebrochenes Herz auch nur im Ansatz anfühlt.

 

Wie immer hoffe ich, dass euch die Rezension gefallen hat :).

Bis in zwei Wochen,

 

Eure Leah 😉

 

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