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Amy Ewing ist selbst ein großer Fan von Fantasyliteratur. Sie ist in einer Kleinstadt bei Boston aufgewachsen, hat Kreatives Schreiben in New York studiert und lebt in Harlem.
Bei FISCHER FJB erschienen die drei Bände ihrer >JUWEL<-Trilogie, >Die Gabe<, >Die Weiße Rose< und >Der Schwarze Schlüssel< die große internationale Erfolge und SPIEGEL-Bestseller waren.

Hallo alle zusammen,

ich habe letztes Jahr unter Anderem „Das Juwel – Die Gabe“ und „Das Juwel – Die weisse Rose“ zu Weihnachten geschenkt bekommen. Deshalb wurde es nun mal Zeit, die Bücher zu lesen :). Der dritten Band „Das Juwel – Der schwarze Schlüssel“ ist vor kurzer Zeit erst erschienen, also wenn ihr die Trilogie lesen wollt, müsst ihr auch auf keinen Teil mehr warten :). Viele Leser der Bücher sind ziemlich angetan von der Geschichte und sagen, dass man sich von den etwas „mädchenhaften“ Covern nicht abschrecken lassen darf, denn dahinter steckt eigentlich viel mehr. Was ich zum ersten Teil sage, erfahrt ihr in der Rezension.

 

Zum Inhalt:

Die 16-jährige Violet ist ein Surrogat und somit dazu auserwählt, für den Adel ein Kind zu bekommen. Der Adel ist auf diese Leihmutterschaft angewiesen, da die Frauen keine Kinder bekommen können, ohne dass sie sterben werden. In den ärmlichsten Gegenden befinden sich aber Mädchen wie Violet, die eine Gabe sitzen. Mit ihrer Vorstellungskraft können sie Dinge verändern und wachsen lassen. Und genau das macht sie für die Reichen unverzichtbar, denn nur sie können dafür sorgen, dass die Blutlinien des Adels nicht aussterben. Indem sie ein Kind für sie bekommen. Nach vier Jahren Ausbildung in Southgate wird Violet zu einer Auktion gebracht, um von einem Adligen ersteigert zu werden. Die Herzogin vom See kauft Violet und bringt sie dann ins Juwel, wo unter Anderem die Gründungshäuser leben. Abgeschottet von der wirklichen Welt lebt Violet von nun an in den vier Wänden der Herzogin und muss eigentlich nur eine Aufgabe erfüllen: Ihr ein Kind schenken. Aber so sehr sie auch versucht, sich dort zurecht zu finden, kann Violet das komplette Juwel und die ganze Herrschaftsform nur verachten. Die Surrogaten werden nur ausgenutzt und schlecht behandelt. Sie will, dass das alles ein Ende hat, jedoch ist es schwer, einer so langen Tradition und Selbstverständlichkeit zu entkommen. Aber Violet weiß nicht, dass es jemanden gibt, der ein Auge auf sie geworfen hat und ihr sogar helfen könnte. Sobald sie es erfährt, muss sie das für sich behalten und darf es niemanden erzählen. Womit sie aber nicht rechnet ist Ash, der in ihr das Gefühl weckt, nicht einfach nur ein Surrogat zu sein. Es gibt sehr viele Gründe, weshalb das mit den beiden nicht funktionieren kann, aber die Gefühle sind so stark, dass sie es nicht schaffen, sich voneinander fernzuhalten. Aber genau das ist so gefährlich, dass es um Leben und Tod geht. Und Violet weiß nicht, dass es in den Machenschaften der herrschende Klasse so einiges gibt, was alles verändern wird.

 

Zu den Charakteren:

Violet liebt ihre Familie über alles und denkt auch nach vielen Jahren der Trennung über ein gemeinsames Leben mit ihnen nach. Gerade ihre Schwester Hazel vermisst sie sehr. Während der Zeit in Southgate ist Raven immer an ihrer Seite und ihre beste Freundin. Als Violet nach der Versteigerung zu der Herzogin am See gebracht wird, ist es schwierig, zu verstehen, was sie für ein Mensch ist. Die Herzogin ist kalt, gemein, skrupellos und will um jeden Preis, dass Violet ihr ein Kind schenkt. Wenn Violet gehorsam ist, wird sie von der Herzogin belohnt. Zum Beispiel hat sie ihr ein Cello geschenkt, denn Violet liebt die Musik und musiziert sehr gern. Manchmal hat sie das Gefühl, dass die Herzogin hinter ihrer Fassade Dinge versteckt, die sie zu dem gemacht haben, was sie ist, denn manchmal redet sie mit Violet ganz normal und erzählt ihr Sachen aus ihrer Vergangenheit. Aber Pearl, die Herzogin, schreckt nicht davor zurück, alles zu tun, um das zu bekommen, was sie unbedingt haben will. Violet fühlt sich oft einsam am Hof und auch, wenn sie schöne Kleider, Schmuck, gutes Essen und ein Cello zum Spielen hat, kann das nicht mit dem Wunsch der Freiheit mithalten. Als sie Ash begegnet, weiß Violet, dass er in ihr zum ersten Mal Gefühle weckt, sie sieht und nicht einfach nur das Surrogat. Mit seiner charmanten und gutmütigen Art ist er genau das, wonach sie sich sehnt, denn auch Violet ist vom Herzen ein guter Mensch, der nur das Beste will. Aber dem Glück der beiden steht sehr viel im Weg, wobei es auch noch einen sehr guten Grund gibt, warum die Herzogin genau Violet haben wollte.

Garnet mochte ich von der ersten Seite an total gerne, da er sich gegen seine Mutter, der Herzogin, auflehnt und total aus der Rolle fällt. Seine Rebellion hat hin wieder etwas amüsantes an sich und ich lag mit meiner Vermutung über seinen Charakter total richtig, aber was ich vermutet habe, verrate ich euch nicht ;). Lest das Buch lieber selber.

 

Zum Buch:

Ich muss sagen, dass das Buch insgesamt sehr gut zu lesen war und ich auch keine Schwierigkeiten hatte, in die Geschichte reinzukommen. Die Idee dahinter ist mal etwas anderes, wobei mich der Anfang rund um die Vorbereitungen und die Auktion total an die Tribute von Panem erinnert hat. Ab einer gewissen Stelle verfliegt das aber, da die Story dann ihre Eigenständigkeit erhält. Ich kann mich der Meinungen vieler Anderer nur anschließen, dass das Cover rein gar nichts über die eigentliche Geschichte aussagt, denn was Mädchenhaftes ist hier drin wirklich nicht. Höchstens die Kleider, die Violet trägt, aber das ist überhaupt nicht wichtig. Ich muss gestehen, dass ich mit so einer Ernsthaftigkeit hierbei nicht gerechnet habe, aber die Surrogate wurden immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet und in meinen Augen auch wie Sklaven behandelt. Die eine oder andere Maßnahme fand ich schon nicht ohne. Klar ist die Herzogin zu Violet nicht immer so gemein oder böse, aber man sollte dabei das ganze Bild betrachten und das ist meiner Meinung nach schon erschreckend. Vom Genre her ist das Buch eine Mischung aus Dystopie und Fantasy, wobei die Liebesgeschichte für mich mehr ausgearbeitet hätte sein können. Das wirkte manchmal ziemlich platt und schnell. Trotzdem ist die Idee zusammen mit der Umsetzung gut gelungen und definitiv lesenswert! Gerade der Punkt, dass die Seiten so schnell dahinfliegen, machen das Buch für mich aus. Auch die Zeichnungen zur Erklärung der verschiedenen Häuser und Orte am Anfang und am Ende haben mir gut gefallen und helfen an der einen oder anderen Stelle. Der Aspekt der Rebellion war in diesem Teil noch nicht so vertreten, aber der zweite Band lässt auf mehr davon hoffen :).

 

Ich habe auch noch zwei Bocktrailer für euch:

Booktrailer 1

Booktrailer 2

 

Als Fazit lässt sich sagen:

Wenn ihr Bücher mögt, bei denen euch mal eine neue Idee von Adligen, Reichen und auch Unterdrückung erwartet und man gerade durch den guten Schreibstil schnell voran kommt, dann solltet ihr „Das Juwel – Die Gabe“ definitiv lesen!

 

Lieblingszitate:

  • „Darf ich dir eine Frage stellen, Nummer 197?“, sagt Lucien leise. Wenn er mich doch bloß anders nennen würde! „Sicher.“ (…) „Willst du dieses Leben?“
  • „Hoffnung ist ein kostbares Gut, nicht wahr?“ sagt sie leise. „Und doch wissen wir sie erst zu schätzen, wenn sie fort ist.“
  • „Ash bitte…“ Aber es gibt keine Worte, mit denen ich ihn zurückhalten kann. In der Tür bleibt er stehen. „Es wäre leichter“, sagt er, „dich zu vergessen, dich und die letzten gemeinsamen Wochen… Es wäre leichter, wenn ich dich hassen könnte. Aber die traurige Wahrheit ist, dass ich dich höchstwahrscheinlich für den Rest meines Lebens lieben werde.“ Dann ist er fort.

 

Hoffentlich hat euch der Blogbeitrag gefallen!

Bis in zwei Wochen,

Eure Leah

 

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