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Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören.

Hallo alle zusammen,

das letzte Buch, das ich freundlicherweise bei der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2016 von der Verlagsgruppe Bastei Lübbe bekommen habe, war „Was auch immer geschieht“ von der Autorin Bianca Iosivoni. Sie ist sehr gut Mona Kasten befreundet und nur durch sie bin ich überhaupt auf das Buch gekommen :-). Das Buch ist, wie Monas Begin Again-Reihe(Rezension zum ersten Band ist schon online, die weiteren folgen), ebenfalls im LYX-Verlag erschienen. Als ich es bei der Buchmesse an dem Stand des Verlages gesehen habe, wusste ich, dass ich es lesen muss. Da ich das jetzt getan habe, werde ich euch die Geschichte in der heutigen Rezension etwas näher bringen.

Zum Inhalt:

Callie hat ihrer jüngeren Schwester Holly versprochen, sie im kommenden Sommer zu besuchen, denn danach geht es für Holly auf eine Weltreise, auf die sie sich schon sehr freut. Was Callie allerdings nicht ahnt: Keith wird ebenfalls dort sein. Ihr seit sieben Jahren gehasster Stiefbruder. Vor sieben Jahren ist der Vater der beiden Geschwister bei einem Autounfall gestorben und Keith saß am Steuer. Callie konnte ihm das nie verzeihen und ihr Hass und ihre Wut sind sehr groß, denn zusätzlich hat ihre Schwester Keith auch noch eingeladen und wusste, dass er kommen würde. Für Callie ist das der absolute Horror, denn sie hat Keith seit dem Tag des Unfalles nicht mehr gesehen oder etwas von ihm gehört. Sie kann nicht verstehen, wie ihre Schwester und ihre Stiefmutter Stella ihm das so einfach verzeihen und vergessen konnten, denn sie kann es einfach nicht. Doch Callie weiß auch, dass Keith derjenige ist, der schon immer eine besondere Wirkung auf sie hatte. Sie versucht es zu leugnen, zu ignorieren, aber sobald die beiden in einem Raum sind, herrscht nicht nur ein großes Wortgefecht, bei dem Keith gerne sarkastisch und unverschämt wird, sondern auch eine große Anspannung zwischen ihnen. Auf Dauer kann Callie das nicht ignorieren und ein Deal zwischen den Stiefgeschwistern soll dies ein für alle Mal beenden. Aber hat dieser Deal auch die gewünschte Wirkung? Zwischen ihren verwirrten Gefühlen und den ständigen Erinnerungen an Keiths Schuld für den Tod ihre Vaters weiß Callie nicht, dass verschwiegene Geheimnisse alles ändern könnten, woran sie je geglaubt hat.

Zu den Charakteren:

Callie ist ein sehr verschlossener Charakter, wenn es um den Tod ihres Vaters geht. Sie hat ihre Mutter auch schon in jungen Jahren verloren, und sie hing sehr an ihrem Vater. Sie will mit niemanden über den Unfall oder irgendetwas sprechen, was damit zu tun hat, denn der Schmerz sitzt sehr tief. Obwohl sieben Jahre vergangen sind, vermisst sie ihren Vater immer noch sehr, und anstatt einfach mal alles raus zu lassen, was sich in dieser Zeit angesammelt hat, bleibt sie verschlossen. Dass Keith jetzt auch noch mit ihr zusammen unter einem Dach lebt, schockiert sie, und zugleich passt ihr das überhaupt nicht, denn sie hasst ihn. Dafür, dass er schuld an dem Tod ihres Vaters ist und auch, weil er nach dem Unfall einfach abgehauen ist ohne irgendeine Erklärung. Bei dem Wiedertreffen wird klar, dass sich Keith kein bisschen verändert hat. Von sich selbst überzeugt und im Klaren, welche Wirkung er auf Callie hat, was ihr gewaltig gegen den Strich geht. Doch beide können auf Dauer nicht ignorieren, was zwischen ihnen ist. Aber die Wut und der Hass auf Keith sind so groß, dass Callie nicht nur total verzweifelt ist, sondern auch bald nicht weiß, was sie eigentlich will oder denke soll.

Ich mochte Keiths Charakter von der ersten Seite an. Seine Art und sein Verhalten fand ich wirklich großartig und sehr unterhaltsam, denn er ist selbstbewusst und weiß ganz genau, wie er Callie zur Weißglut bringen kann. Er ist auch definitiv mein Lieblingscharakter, denn hinter ihm steckt viel mehr, als man denkt, und wenn ich seinen Charakter mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es definitiv „selbstlos“.

Zum Buch:

Mir hat das Buch auf jeden Fall gut gefallen. Der Klappentext hat nicht viel über den Inhalt verraten, aber ich wollte wissen, was sich hinter der Geschichte von Callie und Keith verbirgt. Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen und auch die darauffolgenden Seiten verflogen sehr schnell. Ab einem bestimmten Punkt hat sich das Buch bis zur Mitte hin etwas gezogen, aber ab da ist der Damm für mich gebrochen. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wann denn mal endlich etwas Größeres zwischen den beiden passiert, und dann war es soweit. Ab der Hälfte nahm das Ganze Fahrt auf, und danach brauchte ich auch nicht mehr lange, bis ich das Buch durch hatte. Die Idee der Geschichte finde ich wirklich sehr interessant, und wenn man gerne solche Stories liest, wird einem das Buch gefallen. Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr wörtliche Rede als Callies Gedanken oder bestimmte Beschreibungen gewünscht, aber das ist Geschmackssache :-). Am Ende des Buches befindet sich eine Playlist, die man hören kann, wenn man das Buch liest. In der Umsetzung sind auch Lieder dieser Playlist vorgekommen, was ich wirklich toll fand! Meine beiden Lieblingslieder sind am Ende der Rezension verlinkt ;). Bianca Iosivoni ist eine sehr junge Autorin, und ihr erstes Buch ist schon 2014 erschienen.  Ich hab wirklich großen Respekt davor, wenn man schon so viele Bücher geschrieben hat und freue mich, dass ihr nächster New Adult Roman „Der letzte erste Blick“ schon am 24.04.2017 erscheint!

Als Fazit lässt sich sagen: Wenn ihr etwas ausführlichere Schreibstile und eine tolle Liebesgeschichte liebt, die nicht nur spannend wird, sondern zum Schluss noch eine Überraschung parat hat, solltet ihr „Was auch immer geschieht“ unbedingt lesen!

Meine Lieblingszitate:

  • „Ich habe dich nicht mit den Augen ausgezogen“, zischte ich. „Das würde ich nicht mal dann tun, wenn du der letzte Mensch auf Erden wärst.“ „In dem Fall muss die Menschheit ausgestorben sein, denn du hast es eindeutig getan.“ Er rückte näher an mich heran und senkte seine Stimme zu einem leisen Raunen. „Und es hat dir gefallen.“
  • „Was willst du von mir?“ Irgendwie brachte ich die Frage hervor, auch wenn ich nicht mal selbst wusste, ob ich die Antwort darauf tatsächlich hören wollte. „Ich will, dass du dich endlich entscheidest.“ Ein dunkler Unterton lag in Keiths Stimme. „Entscheide dich endlich, Callie. Soll ich mich von dir fernhalten? Dann sprich es aus. Sag es mir ins Gesicht, und werde es tun.“
  • „Ich… kann das nicht. Tut mir leid.“ „Kannst du nicht oder willst du nicht?“ Keith machte einen Schritt auf mich zu. Einen einzigen Schritt, der eine Welle an Panik in mir auslöste. Und Hoffnung. Aber worauf, verdammt? „Wovor hast du Angst, Callie?“

Link zu meinen beiden Lieblingsliedern:

Snow Patrol-Chasing Cars

Paul Cardall- Gracie´s Theme

Hoffentlich bis in zwei Wochen,

Eure Leah

 

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