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Marie Lu, Autorin der Bestseller-Trilogie Legend, wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie bei den Disney Interactive Studios, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Bestsellerautorin lebt mit ihrem Mann und drei Hunden in Santa Monica, nahe dem Meer. Ihre wenige Freizeit verbringt sie mit Lesen, Zeichnen, dem Spielen von Assassin-s Creed und Im-Stau-Stehen…

Hallo alle zusammen,

wie ihr wahrscheinlich wisst, habe ich die Legend-Trilogie von der Autorin Marie Lu schon gelesen und sie hat mir auch sehr gut gefallen. Die Rezension zu Band eins ist schon etwas länger online. Als ich gesehen habe, dass im Januar 2017 der erste Teil ihrer neuen Reihe erscheint, habe ich mich riesig gefreut, und auch wenn es bis zum Erscheinungsdatum noch ein paar Monate waren, habe ich darauf hin gefiebert. „Young Elites-Die Gemeinschaft der Dolche“ ist der erste Teil der „Young Elites-Trilogie“, und wie meine Meinung zum Auftakt ist, erfahrt ihr in dieser Rezension :-).

Vielen Dank an den Loewe-Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt hat!

Zum Inhalt:

Als das Blutfieber ausbricht und den Wohnort von Adelina überfällt, erkranken sie, ihre Schwester und die Mutter der beiden daran. Während Adelinas Schwester ohne Makel davon kommt, verfärben sich Adelinas Haare weiß und sie ist für immer als eine „Malfetto“ gezeichnet. Diese werden verabscheut. Man nennt sie Monster, Dämonen oder das Unheil der Welt. Ihre Mutter hat diese Krankheit, wie alle Erwachsenen, nicht überlebt. Somit bleibt Adelina mit ihrer Schwester bei ihrem Vater zurück, der sie jedoch nicht akzeptiert. Als es zu einem Kampf zwischen Adelina und ihrem Vater kommt, gelingt es ihr, ihn zu überwältigen. Aber dies schafft sie nicht auf menschliche Weise. Mithilfe von übernatürlichen Kräften kann sie sich retten, doch das wird ihr zum Verhängnis. Diese Tat soll sie ihr Leben kosten. Als es keinen Ausweg zu geben scheint, passiert das Unmögliche: Adelina wird gerettet. Und zwar von der Gemeinschaft der Dolche, die auch „die Elite“ genannt wird. Sie halten Ausschau nach Lebenden wie Adelina, damit die Begabten der Gemeinschaft beitreten können. Denn alle dort besitzen übernatürliche Kräfte, jedoch ist es alles andere als einfach, dort Mitglied zu werden. Und gerade für Adelina ist es noch schwerer, denn sie hat ja gerade erst ihre neuen Kräfte kennengelernt. Enzo, der Anführer der Elite, hat aber sehr großes Interesse an Adelina, denn sie könnte großes vollbringen und ihm helfen, das zu bekommen, was ihm eigentlich schon seit Jahren zusteht. Nach und nach kommen die beiden sich näher, doch die dunkle Seite in Adelina stellt eine Bedrohung dar. Und sie weiß auch nicht, ob sie nicht nur einfach ein Mittel zum Zweck ist. Als Adelina auch noch erpresst wird, muss sie sich entscheiden, ob sie die Gemeinschaft verraten will, oder ob sie den Tod wählt.

Zu den Charakteren:

Einigen Lesern fiel es schwer, Adelina zu mögen. Ich muss zugeben, dass sie keine „normale“ Protagonistin ist. Das Dunkle lauert tief in ihr und will endlich nach draußen. Durch ihren Vater musste sie viele schlimme Dinge über sich ergehen lassen, während ihre Schwester von allen geliebt wurde. Aber nicht nur dadurch ist sie gezeichnet. Ihre Haare haben sich durch das Blutfieber weiß verfärbt, und sie hat ein Auge verloren. Also nicht nur psychisch, sondern auch physisch besitzt sie Makel. Als sie in der Gemeinschaft der Dolche ankommt, erkennt sie, dass das Dasein eines Malfettos einen Menschen nicht schlecht macht. Sie sind stark; und Adelina trainiert, um dort aufgenommen zu werden. Aber das Training ist hart und der Anführer Enzo macht es ihr nicht leicht. Er ist stark und strahlt etwas aus, das Adelina fasziniert und anzieht. Und während sie bei der Gemeinschaft der Dolche bleibt, bahnt sich etwas zwischen ihnen an, aber diese Verbindung ist gefährlich. Enzo ist loyal gegenüber seinen Freunden, doch wenn etwas ihn oder die Elite bedroht, schreckt er nicht davor zurück, zu töten. Und wenn Adelina nicht lernen wird, sich und ihre Dunkelheit zu kontrollieren, kann es sie das Leben kosten. Ich mochte Enzo sehr gerne, weil er durch seine geheimnisvolle aber auch zugleich mächtige Seite zeigt, was sein Bestreben ist. Denn auch er wurde wie Adelina verstoßen und will seinen rechtmäßigen Platz einnehmen.

Zum Buch:

Als „Young Elites“ endlich bei mir Zuhause war, habe ich nicht lange gewartet und es sofort gelesen. Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen. Man war sofort in der Geschichte und den Geschehnissen drin. Das Buch an sich war auch unglaublich spannend, wodurch es mich total fesselnd konnte. Als dann endlich auch die Liebesgeschichte an Fahrt gewonnen hat, konnte ich nicht fassen, wie gut mir der erste Teil der Trilogie gefällt. Und dann kamen die letzten 40 Seiten…
Ich war nur noch geschockt und habe mich gefragt: „Marie Lu, was machst du da gerade, bitte?“ Das, was zum Schluss passiert, hätte aus meiner Sicht nicht sein müssen, und warum das passiert ist, kann ich auch nicht wirklich erklären. Ich war so frustriert, dass ich nach dem Beenden des Buches meine Freundin Sara angerufen habe (es war schon etwas später), mit der ich mich unter anderem immer über Bücher austausche, und ich habe mich ziemlich aufgeregt. Sie hat mir jedoch versucht, ein paar Dinge zu erklären (zum Beispiel, dass dies für die Charakterentwicklung notwendig war) und sie konnte mir auch ausreden, die Buchreihe nicht mehr weiter zu lesen, denn mit diesem Gedanken habe ich wirklich gespielt. Also Sara, wenn du das liest: Nochmal Danke für deine Ratschläge :-).

Der zweite Teil „Die Gemeinschaft der Rosen“ erscheint im Herbst 2017, und was mich da erwartet, wird mir entweder gefallen oder nicht. Es gibt für einen bestimmten Punkt noch Hoffnung, was auch durch den Epilog deutlich wird, aber ob das Ende so wird, wie ich es mir vorstelle, ist noch völlig offen. Ich weiß von der „Legend-Trilogie“, dass Marie Lu sehr gut Probleme schaffen kann, die nicht einfach zu lösen sind, aber ob ich mit dem Schluss leben kann, werde ich noch herausfinden müssen.

Als Fazit lässt sich sagen: Wenn ihr High-Fantasy Bücher liebt, die durchgängig spannend sind, wo die Dunkelheit zum Größten Feind werden kann und Wendungen auf euch warten, mit denen wahrscheinlich nicht jeder einverstanden ist (die weiteren Antworten werden in den Folgebänden beantwortet werden), dann sollte ihr „Young Elites-Die Gemeinschaft der Dolche“ lesen!

Lieblingszitate:

  • Es ist sinnlos zu glauben, was man sieht, wenn man nur sieht, was man glaubt.
  • „Bald werde ich mehr auf dich hetzen können als bloß Schatten.“, fauche ich zurück. Die Illusion, die ich zustande gebracht habe, verleiht mir Mut und ich beiße die Zähne zusammen, gierig nach Rache. „Warte nur.“ Auf meine Drohung hin verzieht er die Lippen, aber ich erwidere furchtlos seinen Blick. „Nein, wirst du nicht. Du wirst deine Gabe nie beherrschen.“ Er lächelt und beugt sich zu mir herunter, um mir ins Ohr zu flüstern. „Und wenn das auch den anderen klar wird, werde ich mit Vergnügen zusehen, wie Enzo dir die Kehle durchschneidet.“
  • „Ich glaube, dass du mich gar nicht dabeihaben willst.“, füge ich hinzu. „Warum sollte ich dich mit auf eine Mission nehmen wollen, kleine Wölfin?“, entgegnet er leise. (…) „Weil ich dich beeindrucke.“, sage ich. Enzo schweigt. Dann legt er eine Hand unter mein Kinn und hebt es leicht an, während seine andere an der Steinwand neben meinem Kopf ruht. Ich erschaudere unter seiner Berührung. (…) „Ist das so?“, flüstert er.
  • Er könnte mich mühelos töten, wenn er es wollte. Doch das gespenstische Lächeln und die eisige Belustigung sind von seinem Gesicht verschwunden. Stattdessen ist sein Blick ernst, würdevoll, nachdenklich. „Du gehörst nicht zu ihnen, Adelina Amouteru“, sagt er zu mir. „Du gehörst zu mir.“

Link zum Trailer

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