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Titel Legend-Fallender Himmel
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt die New-York-Times-Bestsellerautorin mit ihrem Mann und drei Hunden in Santa Monica, nahe dem Meer. Marie Lu verbringt ihre wenige Freizeit mit Lesen, Zeichnen, dem Spielen von Assassin-s Creed und Im-Stau-Stehen.

Hallo alle zusammen,

nachdem das Buch „Die rote Königin“ ja meine erste Dystopie war, die ich je gelesen habe, und mir auch noch so gut gefallen hat, habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Geschichte in diesem Genre gemacht. Dabei bin ich auf die „Legend“-Trilogie von der Autorin Marie Lu gestoßen. Sie gehört zu den New York Times Bestseller Autorinnen, und auch in Deutschland gehört ihre Trilogie zu den Spiegel-Bestseller Büchern. Somit habe ich nicht lange gewartet, um mir den ersten und den zweiten Band in der Barbara-Buchhandlung zu bestellen. Als ich die Bücher endlich zu Hause hatte, habe ich ein anderes Buch noch zu Ende gelesen und mich danach direkt auf den ersten Teil „Fallender Himmel“ gestürzt. Nach 24 Stunden hatten ich ihn durchgelesen und kann sagen: Dystopien werde ich in Zukunft noch sehr oft lesen :-).

Wie immer kommen am Anfang allgemeine Informationen über das Buch:

Name: „Legend-Fallender Himmel“
Autorin: Marie Lu
Erscheinungsdatum: 10.09.2012 (gebundene Ausgabe) bzw. 10.03.2014 (Taschenbuch)
Seitenzahl: 363
Verlag: Loewe
Preis: 17,95€ (gebundene Ausgabe) bzw. 9,95€ (Taschenbuch)
Sonstiges: Band 1 der „Legend“-Trilogie

Zum Inhalt: Los Angeles im Jahr 2130. Die 15-jährige June hat das geschafft, was vor ihr niemand konnte: Bei dem Großen Test, den jedes 10-jährige Kind absolvieren muss, hat sie die volle Punktzahl erreicht. Dadurch wird sie direkt zur Universität geschickt, überspringt Kurse und hat schon mit 15 Jahren die sicherste Zukunft, die man überhaupt haben kann. Aber es gibt auch noch die Kinder, die den Test nicht bestehen. Zu dieser Gruppe gehört Day. Er ist jedoch vor der Regierung geflohen und seit 5 Jahren der am meisten gesuchte Verbrecher des Landes. Seitdem versucht er, so gut wie es ihm möglich ist, seine Familie zu unterstützen. Days Familie lebt in  ärmeren Verhältnissen. Sein Vater ist gestorben und seine Mutter sowie sein jüngerer Bruder halten ihn für tot. Nur  sein älterer Bruder John weiß, dass Day lebt. Als eine Seuche ausbricht und Days jüngerer Bruder erkrankt, versucht er, Medikamente aus einem Krankenhaus zu stehlen. Zur selben Zeit befindet sich dort Junes Bruder Metias, der als Offizier für die Regierung arbeitet. Als es plötzlich mitten in der Nacht an Junes Tür klingelt ist ihr sofort klar, dass etwas mit ihrem Bruder passiert ist. Er wurde ermordet. Von dem meistgesuchten Verbrecher der letzten 5 Jahre, Day. June bekommt ihren Abschluss an der Universität und den ersten Auftrag, indem sie Day ausfindig machen soll, damit er von der Regierung seine Strafe erhält, die er schon längst hätte bekommen sollen. Dies ist allerdings keine leichte Aufgabe, denn niemand weiß, wie Day aussieht, und auch sonstige Informationen bleiben aus. Doch vorher hatte auch niemand die volle Punktzahl im „Großen Test“ erreicht. June taucht in ein Slum-Viertel unter und gibt sich als Straßenmädchen aus. Als sie in eine brenzlige Situation gerät, bekommt sie Hilfe von einem Jungen und verbringt etwas Zeit mit ihm. Was June jedoch nicht weiß: Der Junge, der ihr geholfen hat, ist Day, der Mörder ihres Bruders. June schafft es, Day eine Falle zu stellen, durch die er festgenommen wird. Für June ist diese Situation unglaublich schwierig. Sie konnte ja nicht ahnen, dass sie sich genau in den Jungen verlieben wird, den sie suchen soll, und auch Day hat Gefühle für sie. Doch schnell wird klar, dass es einen Haken an der ganzen Sache gibt. June wird sich entscheiden müssen, ob sie einer Lüge der Regierung oder dem Mörder ihres Bruders glauben kann. Welche Geheimnisse verbergen sich hinter dem Tod ihres Bruders?

Zu den Charakteren: Day und June sind meiner Meinung nach sehr starke und gezeichnete Charaktere. Beide haben schon Verluste in der Familie gehabt und trotzdem versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen, wobei man sagen muss, das Days Situation um einiges schwieriger ist, als die von June. Obwohl June noch sehr jung ist, ist sie ein absolutes Genie. Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, ihre Gedanken zu lesen und ein Teil ihrer Genialität zu sein. Ebenfalls hat sich ihr Charakter im Laufe des Buches auch entwickelt, obwohl sie sich von Beginn an nicht auf der Nase herumtanzen lässt.

Day war mir von der ersten Seite an äußerst sympathisch. Man sollte ihn nicht verurteilen, denn es wird im Laufe der Zeit klar, dass er eigentlich nicht eine so schlechte Person ist, wie man vermutet. Dass er seine Familie in ihrer schwierigen Lage immer wieder unterstützt, sollte man ihm auf jeden Fall anrechnen. Obwohl June und Day eigentlich unterschiedlicher nicht seien könnten, da June den großen Test mit der vollen Punktzahl bestanden hat und Day durchgefallen ist, haben sie mehr gemeinsam, als sie vermuten. Dann ist da noch Tess, die Begleitung von Day und sehr begabt als Krankenschwester und Sanitäterin. Sie ist ein liebes und noch sehr junges Mädchen und hatte es in der Vergangenheit alles andere als leicht. Mehr möchte ich auch gar nicht über die Charaktere sagen. Ihr sollt das Buch ja noch selber lesen ;).

Das Buch ist immer abwechselnd aus der Sicht von June und Day geschrieben. Anfangs war ich skeptisch, ob mir das so gut gefallen würde, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass es sogar besser war, als ich erwartet hätte. Die Geschichte nur aus einer Perspektive zu lesen wäre nicht so gut gewesen, da dadurch die Gemeinsamkeiten der Protagonisten nicht deutlich geworden wären, und man hätte die Kluft zwischen arm und reich nicht erkennen können. Über den Schreibstil kann ich auch absolut nichts Schlechtes sagen. Die Geschichte wird flüssig erzählt und die Übergänge der Perspektiven sind sehr gut gelungen. Ein, zwei Sachen waren, meiner Meinung nach, vorhersehbar, aber das sollten sie wohl auch sein. Und dann sind wiederum Dinge passiert, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die Spannung wird bis zur letzten Seite gehalten. Die Liebesgeschichte hätte noch etwas ausführlicher und detaillierter dargestellt werden können. Das hat mich aber nicht so sehr gestört.

Als Fazit lässt sich sagen: Wenn ihr auf der Suche nach einer spannenden Dystopie mit zwei unglaublichen tollen und starken Protagonisten seid, bei der der Schreibstil super gelungen ist, dann ist der erste Band der „Legend“-Trilogie genau das Richtige für euch.

Ein kleiner Tipp noch von mir: Auf YouTube gibt es einen Booktrailer zum ersten Teil, der mir persönlich gut gefällt, auch, wenn er nicht so lang ist. Ihr könnt ihn euch ja mal anschauen. Hier ist der Link: https://www.youtube.com/watch?v=b6sd2rlrHqE

 

Zum Schluss kommen wieder meine Lieblingszitate:

„Im Geiste gebe ich dem Mörder meines Bruders ein lautloses Versprechen: Ich werde dich finden. Ich werde die Straßen von Los Angeles nach dir durchkämmen. Jede Straße der Republik, wenn es sein muss. Ich werde dich in die Irre führen und überlisten, ich werde lügen, betrügen und stehlen, um dich zu finden, dich aus deinem Versteck locken und dich jagen, bis es keinen Ort mehr gibt, an den du fliehen kannst. Das verspreche ich dir: Dein Leben gehört mir.“

„Wie bist du aus den Arbeitslagern geflohen? Wie ist es so weit gekommen, dass du Los Angeles in Angst und Schrecken versetzt, anstatt für die Republik zu arbeiten, wie es dir bestimmt war?“ So denkt die Republik also über die Kinder, die den Großen Test nicht bestehen. „Wen interessiert das? Ich bin doch jetzt hier.“

Hoffentlich bis in zwei Wochen,

Eure Leah

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