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Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie trotz ihrer Liebe zur wildromantischen Felsenküste Maines nach Deutschland verschlug. Nachdem sie zwischenzeitlich in die USA zurückgekehrt war, springt sie derzeit nicht nur zwischen der High- und der Dark-Fantasy hin und her, sondern auch zwischen den Kontinenten.

Hallo alle zusammen,

ich weiß gar nicht mehr, wie genau ich auf das Buch „Blutbraut“ von Lynn Raven gestoßen bin, aber ich glaube, es war eine zufällige Entdeckung :). Das Buch ist schon etwas älter, trotzdem sehr beliebt und kann auch immer noch gekauft werden. Ich muss dazu sagen, es war mein erstes „richtiges“ Vampirbuch, also lag hierbei der Schwerpunkt des Fantasyaspektes nur beim Vampir :D.

Was ich von dem Buch halte, erfahrt ihr in der heutigen Rezension :).

 

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Randomhouse, die mir das Buch zugeschickt hat!

 

Zum Inhalt:

Seit Lucinda Moreira denken kann, ist sie auf der Flucht. Sie bleibt nie lange an einem Ort und versucht ständig, nicht entdeckt zu werden. Ihre Tante hat ihr immer gesagt, dass sie niemals in die Finger von Joaquín de Alvaro geraten darf, denn Lucinda ist seine vorherbestimmte Blutbraut und somit dazu verdammt, wie ein Objekt immer für ihn und sein Verlangen nach Blut bereit zu stehen. Er ist der mächtigste Magier seiner Zeit, und ihn nicht zu fürchten wäre ein vertaler Fehler. Aus diesem Grund kann Lucinda sich nie sicher sein, dass sie auch tatsächlich in Sicherheit ist. Obwohl sie so unglaublich vorsichtig ist, schaffen es eines Tages Joaquíns Leute, sie einzufangen und zu ihm zu bringen. Der Albtraum, den Lucinda schon immer hatte, scheint wahr zu werden. Doch als sie beim Anwesen ihres gefürchteten Magiers ankommt, scheint dieser sie überhaupt nicht anzurühren. Im Gegenteil: Joaquín will sie beschützen und das auch vor sich selbst. Er ist vorsichtig, bedacht und sogar freundlich. Das Bild, welches Lucinda all die Jahre von ihm hatte, scheint ein ganz anderes zu sein, als das, welches der Wirklichkeit entspricht. Trotzdem bleibt sie immer vorsichtig, versucht auch zu fliehen, was ihr aber nicht gelingt. Die Zeit mit Joaquín scheint einiges parat zu halten, was Lucinda sich eigentlich gar nicht erklären kann. Ihre Tante hat sie immer wieder gewarnt, und da sich diese Warnungen in ihren Kopf eingebrannt haben, weiß Lucinda nicht, was sie glauben soll. Aber eines ist sicher: Joaquín tut ihr nicht weh oder zwingt sie zu etwas. Gibt es möglicherweise etwas, was sie gar nicht über sich selbst und Joaquín weiß?

 

Zum Buch:

Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, habe ich mich schon gefragt, was alles passieren wird, denn es ist sicherlich ein dickeres Buch und da muss dann ja einiges geschehen. Und das ist auch definitiv eingetroffen. Die Geschichte ist recht komplex, wodurch man als Leser das System der Magier, Blutbräute etc. erst einmal verstehen muss, aber ich finde, dass man dabei keine Probleme hat. Etwas Ähnliches habe ich auch noch nicht gelesen oder von so etwas gehört, denn die Idee der Vampire, wie sie entstanden sind usw., ist in meinen Augen interessant.

Obwohl das Buch so dick ist, hat es sich nach meinem Empfinden fast gar nicht gezogen. Der Schreibstil ist flüssig und ich wollte auch immer wieder weiterlesen, um herauszufinden, was es denn mit Lucinda und Joaquín auf sich hat :). Also Spannung ist auf jeden Fall vorhanden!

Ich persönlich fand immer die Szenen am besten, in denen Lucinda und Joaquín alleine waren, um ihre Gespräche zu verfolgen. Das war wirklich immer sehr gut :D. Natürlich gibt es das Eine oder Andere, womit man nicht rechnet, und ich konnte vorher auf bestimmte Sachen auch gar nicht kommen. Joaquín war für mich ein Charakter, den man erstmal durchschauen musste, aber ich bin der Meinung, dass man sich auf ihn einlassen sollte, bevor man voreilige Schlüsse zieht. Die Liebesgeschichte war schön, kam aber so richtig erst sehr spät zum Vorschein, was ich etwas schade fand. Natürlich kann das bei dieser Story nicht hoppla hopp gehen, denn Lucinda hat wirklich sehr große Angst, aber früher hätte es eigentlich auch klappen können. Interessant waren auch einzelne Passagen, in denen etwas Spanisch vorkam, weil Joaquín diese Sprache nämlich spricht :D.

Was mich als Einziges an diesem Buch gestört hat: Das Ende ist für meinen Geschmack sehr offen. Manches Wichtige bleibt ungeklärt, und zu einem zweiten Teil gibt es derzeit keine Informationen. Das ist etwas schade :(.

 

Ich habe auch noch einen Booktrailer für euch hier verlinkt, bei dem aber, meiner Meinung nach, die Stimmen wirklich gar nicht passen …

Aber schaut es euch selber an :).

 

Als Fazit lässt sich sagen: „Blutbraut“ ist düster, unvorhersehbar und unglaublich interessant. Man verfolgt immer gespannt und neugierig die Geschichte von Lucinda und Joaquín, bei der manches anders ist, als es scheint. Von der Dicke des Buches sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn es lässt sich wirklich sehr gut lesen und zieht sich so gut wie gar nicht. Dass das Ende zu einem gewissen Teil noch offen ist, ist etwas schade, aber man kann damit leben :).

Lieblingszitate (aufgrund von Spoilern konnte ich nicht alle verwenden):

 

  • Direkt vor mir blieb er stehen. Lehnte sich vor, stützte die Hände zu beiden Seiten neben meinem Kopf an die Wand. Nah! Entsetzlich zu nah! Sein Körper drückte gegen meinen. Luft! Ich konnte mich nicht bewegen. Er beugte sich noch näher. Fänge. Weiß, spitz und scharf. Sein Atem fuhr über meinen Hals, wurde wieder eingesogen; lange, tief. Ich drehte den Kopf weg, begriff zu spät, dass ich meine Kehle entblößte Wieder sein Atem an meiner Haut. Heiß. Meine Lungen verkrampften sich noch stärker. Ich bekam noch immer keine Luft. Seine Wange streifte meine. War das sein Mund auf meinem Hals? Nein, nein! Bitte! Luft! „Sie hätten dich niemals finden sollen, mi corazón“, sagte er direkt neben meinem Ohr. Dunkelheit schlug in meinem Verstand zusammen.

 

  • „Ich will dich beschützen. Wie soll ich das tun, wenn du davonläufst?“ (…) „Ich brauche keinen Schutz! Von niemandem. Ich bin die ganzen Jahre sehr gut allein klargekommen …“ Er stieß ein verächtliches Schnauben aus. „ … Ich will nicht von dir beschützt werden. Der Preis ist mir zu hoch. Ich will hier weg!“ „Der Preis?“ Er beugte sich vor. Die Enge in meiner Brust war schlagartig da. „Mein Blut. Du willst … brauchst … Ich …“ Plötzlich war mir heiß und kalt zugleich. Er lehnte sich weiter vor, sog langsam und tief die Luft ein. Etwas in seinen Augen veränderte sich. „Mhm …“ Zu nah! „Würdest du mich denn dein Blut trinken lassen?“

 

  • „Dann bist du Richter und Henker in einer Person?“ „Sí.“ Ich trat auf die nächste Treppenstufe hinunter. „Das tut mir leid.“ Abermals sah er mich verblüfft an. „Die meisten haben aus diesem Grund Angst vor mir und manche hassen mich auch deshalb. Aber es hatte noch nie jemand deswegen Mitleid mit mir.“ Er schüttelte den Kopf. „Du erstaunst mich, Lucinda Moreira. – Ich töte. Ich töte im Namen der de-Alvaro-Familie. Ich töte für die, die ich beschütze. Ich töte für die, die ich liebe. Ich bin ein Killer. Und du hast Mitleid mit mir?“

 

  • „Du hast den ganzen Tag noch nichts gegessen, oder? Zumindest nicht, dass ich es mitbekommen hätte. – Vielleicht solltest du dir etwas holen, bevor du nach oben gehst.“ Unschlüssig sah ich zur Tür. Ich hatte heute tatsächlich noch nichts gegessen. Irgendwie war es in all dem, was seit dem Mittagessen geschehen war, untergegangen. „Willst du auch etwas?“ Er beugte sich weiter vor. Die Flüssigkeit schwappte in seinem Glas. „Das, was ich will, kann ich nicht haben.“

 

Ich hoffe, Ihr mochtet die Rezension heute :).

Bis in zwei Wochen,

Eure Leah 😉

 

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