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Natasha Ngan wurde im englischen Hertfordshire geboren und hat ihre Kindheit zwischen Großbritannien und Malaysia verbracht, von wo die Chinesische Seite ihrer Familie stammt. Bücher waren schon immer ihre besten Freunde und auch wenn inzwischen ein paar echte menschliche Freunde dazugekommen sind, sind Bücher ihr noch immer das Wichtigste.

Mehr über Natasha auf Twitter @girlinthelens oder natashangan.com.

Hallo alle zusammen,

vor ungefähr sechs Monaten war ich mal wieder in einer Buchhandlung und habe in der Jugendbuchabteilung Alba&Seven entdeckt. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Seitdem stand es auf meiner Leseliste. Nach der Frankfurter Buchmesse konnte ich Kontakt mit dem Arena-Verlag aufnehmen und sie haben mir freundlicherweise den Titel zugeschickt. Noch einmal vielen Dank dafür. Ich habe mich sehr gefreut.

Zum Inhalt:

Die Stadt London ist im Jahr 2144 in Norden und Süden aufgeteilt. Im Norden lebt die obere Bürgerschicht, sowie die 16-jährige Alba White. Ihr Vater ist Oberstaatsanwalt der Stadt und verurteilt Menschen, die sogenannte DCS- Karten stehlen, auf denen Erinnerungen gespeichert werden, und sie auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Alba ist mit ihrem Leben unzufrieden und möchte gerne frei sein und selbst entscheiden, wie sie es lebt, denn schon immer haben ihre Eltern sie kontrolliert. Seven lebt, solange er denken kann, im Süden und in ärmlichen Verhältnissen. Er ist ein DCS-Dieb, und sein Bandenchef beauftragt ihn damit, eine ganz bestimmte Erinnerung zu stehlen. Nämlich die von Alastair White – Albas Vater. Als er an dem Haus der Whites ankommt, trifft er auf Alba und die beiden schließen einen Pakt: Alba wird ihrem Vater nicht erzählen, dass Seven die DSC mit seiner Erinnerung gestohlen hat, wenn er Alba mit zu sich nimmt, damit sie Erinnerungen surfen kann. Das hat sie nämlich noch nie getan, weil es ihre Eltern ihr nie erlaubt haben. Nachdem Seven seinen Teil der Abmachung eingehalten hat, kommt es aber zu weiteren Treffen zwischen den Beiden und sie lernen sich gegenseitig besser kennen. Was Alba und Seven jedoch nicht wissen: Die Erinnerung von Albas Vater ist gefährlich und sie stellt alles in Frage, was Seven bis jetzt von seinem Leben weiß. Mit der Unterstützung von Alba lösen sie ein Geheimnis auf, das ihre Welt verändern könnte, doch die Regierung versucht alles, um die Erinnerung privat zu halten, und dabei müssen Alba und Seven ihr Leben aufs Spiel setzen.

Zu den Charakteren:

Albas Charakter hat mir gut gefallen, weil sie, obwohl sie in einer reichen Familie aufgewachsen ist, sehr bodenständig ist und es eigentlich überhaupt nicht toll findet, sich mit reichen Leute zu unterhalten oder etwas mit ihnen zu machen. Deshalb hat sie auch keine richtigen Freunde an ihrer Schule. Sie zeigt Verständnis und Mitgefühl für die Menschen im Süden, wo es ja die verschieden  Banden gibt, die die DSC- Karten stehlen, um zu überleben. Alba möchte frei sein und nicht immer kontrolliert werden. Durch Seven bekommt sie eine neues Lebensgefühl und eine tollen Freund.

Seven fand ich von Anfang an toll. Er sagt, was er denkt und hat immer einen lustigen Spruch auf Lager. Das er in so schlechten Verhältnissen lebt und auch hungern muss, tat mir sehr leid. Das Stehlen der DSC-Karten ist sein Lebensunterhalt und darin ist er auch ziemlich gut. Er surft auch Erinnerungen aus seiner Sammlung mit einer Maschine, die er vor ein paar Jahren gestohlen hat. Dadurch bekommt er ein neues Lebensgefühl und stellt sich immer vor, dass es seine Erinnerungen sind. Als er Alba trifft, ist er sehr skeptisch, ob er ihr trauen kann. Für ihn waren die Leute aus dem Norden immer gleich. Sie hatten viel Geld und mussten nie darüber nachdenken, ob es auch etwas zum Essen gab. Doch Alba ist anders als andere und mit der Zeit stellt auch er das fest.

Dolly, die Zofe von Alba, ist eine sehr liebenswürdige Person und immer an Albas Seite. Seit ihrer Geburt. Sie unterstützt Alba und ist für sie da. Da Albas Mutter immer sehr kalt, abweisend und nicht nett zu ihrer Tochter ist und Albas Vater eigentlich nie Zeit für sie hat oder sie mit Alba verbringt, kann man Dolly als Familienersatz für sie sehen.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an fasziniert und gefesselt. Was mir so unglaublich gut gefallen hat ist, dass das Szenario im Buch total realistisch dargestellt wird. Zum Beispiel wird erklärt, dass Ende des 21. Jahrhundert der Aktienmarkt zusammengebrochen ist, die EU sich aufgelöst hat und die daraus resultierenden Unruhen und Kriege dafür sorgten, dass die internationalen Beziehungen sich extrem angespannt haben. Und das sind ein paar Aspekte, denn es wird ebenfalls auch noch auf den Klimawandel eingegangen. So etwas reizt mich sehr an Dystopien, denn ich finde es interessant zu erfahren, wie sich Gesellschaften oder die Welt verändert und entwickelt hat, denn wir kennen ja nur unsere heutige Zeit. Ebenfalls finde ich die Idee der digitalen Speicherchips (kurz: DSC), auf denen die Erinnerungen gespeichert werden, großartig. Das Setting und die Geschehnisse sind der Autorin somit absolut gelungen! Der Schreibstil und die zum größten Teil kurzen Kapitel haben mir auch gefallen. Das Ende kam etwas zu schnell und ein paar Fragen sind noch offen, aber das Wichtigste wird soweit geklärt. Während ich lese, höre ich so gut wie immer Musik, und das Lied Erkläre mir die Liebe von Philipp Poisel spiegelt für mich die Geschichte von Alba&Seven grandios wieder. Denn die Beiden kommen aus komplett verschiedenen Welten, Alba wartet immer darauf, dass Seven sie in der Nacht holt, damit sie Erinnerungen surfen kann und Alba hat in ihrer Familie noch nie etwas von Liebe erfahren, bis sie Seven trifft. Außerdem erzählen die beiden sich gegenseitig etwas über ihr Leben und wissen davon eigentlich nichts.

Link zum Lied …

Als Fazit lässt sich sagen: Wenn ihr Dystopien mögt, die realistisch und gut dargestellt werden und eine tolle Geschichte von zwei gelungenen Charakteren beinhalten, dann sollte ihr euch Alba&Seven unbedingt mal anschauen.

Zum Schluss wieder meine Lieblingszitate (es gibt noch mehrere):

 

  • Er hatte angenommen, dass Alba etwas Tröstliches sagen wollte, weil er in solch einer Bruchbude wohnt. Doch jetzt begriff er, dass sie es ernst gemeint hatte. Sie beneidete ihn, weil sie wünschte, weit weg von ihren Eltern zu sein. Alba beneidete ihn.
  • Alba wusste genau, was er empfand, weil es ihr genauso ging: Sie hatten die Kontrolle über ihr Leben verloren. Obwohl wahrscheinlich keiner von ihnen je wirklich Kontrolle gehabt hatte.
  • „Ich kann dich da nicht mit reinziehen,“ flüsterte Seven. „Das kann ich einfach nicht.“ Alba: „Das tust du auch nicht. (…) Ich bin aus freien Stücken hier. Du hast mich um nichts gebeten. Das ging alles von mir aus. Ich habe dich überredet, mich zum Erinnerungssurfen mitzunehmen. Ich wollte dich wiedersehen. Du hast mir alles gegeben, worum ich dich gebeten habe, Seven, und jetzt möchte ich etwas für dich tun.“
  • Manche Grenzen konnten nie überschritten werden. Manche Dinge waren für immer voneinander getrennt. Norden und Süden. Alba und Seven. Was er wollte und was er bekam.

Ich hoffe, dass euch die Rezension gefallen hat.

Hoffentlich bis in zwei Wochen,

Eure Leah

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